Piloten in der Schweiz: Drei Klischees gegenüber dem Beruf als Schweizer Flugkapitän im Jahre 2015

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Der Beruf Pilot ist in den letzten Jahren etwas in Misskredit gekommen: Zu lange Arbeitszeiten und unbezahlte Überstunden aber auch eine zu hohe psychische Belastung werden dem Job zugeschrieben. Besonders im Hochlohn-Land Schweiz sollen Sparmaßnahmen die Freude am Job reduziert haben, während gleichzeitig der Stress und kurze Pausen zwischen den Flügen zugenommen haben sollen. Es stellt sich die Frage: Wieviel ist dran an den Vorurteilen gegenüber dem Job als Piloten? Wir haben die kürzlich aufgekommenen Klischees einmal genauer unter die Lupe genommen.

Miserable Bezahlung?

Wenn man die lange und schwierige Ausbildung und den harten Berufsalltag bedenkt, so meinen viele Leute, sei die Bezahlung für viele Piloten heutzutage äusserst dürftig. Fakt ist: Schweizer Piloten verdienen europaweit im Durchschnitt am meisten. Selbst die meisten deutschen Piloten der besten und nobelsten Luftlinien verdienen weitaus weniger als der durchschnittliche Flugkapitän in der Schweiz. Trotzdem ist zu betonen, dass auch für Schweizer Piloten andere Zeiten angebrochen sind: So gibt es bei Swiss und AUA bereits angekündigte Sparmassnahmen und in Folge weniger am Lohnzettel. Aber dennoch liegt das Gehalt der meisten Piloten in der Schweiz pro Jahr bei 100 000 bis zu 300 000 Franken, eine Bezahlung die sich auch international sehen lassen kann. In dem Fall ist es eine Ansichtssache, der Stundenlohn für Piloten ist im Vergleich zu anderen Branchen immer noch extrem gut.

Viele Überstunden und wenig Schlaf?

Besonders in den Medien wird in letzter Zeit von zu vielen Überstunden, Schlafmangel und kaum Erholung für viele Schweizer Piloten berichtet. Das ist bei manchen Schweizer Luftlinien korrekt und hat vor allem finanzielle Gründe: Aufgrund der Einsparungen und dem harten Konkurrenzkampf versuchen die Flugliniengesellschaften die Aufnahme von neuem Personal zu limitieren und strapazieren die Piloten bis zum gesetzlichen Maximum. Gesetzlich vorgeschrieben sind maximal 800 Stunden pro Jahr, die rein in der Kabine während des Fluges verbracht werden. Grundsätzlich ist diese Maxime der Arbeitgeber vieler Piloten europaweit und teilweise sogar weltweit normal geworden. Wenn man Glück hat und bei einer exklusiveren Fluglinie arbeitet, können die Bedingungen möglicherweise besser sein, ansonsten bewahrheitet sich dieses Klischee allerdings in den meisten Fällen.

Keine Anerkennung?

Der Beruf als Pilot war zumindest früher einmal einer der angesehensten und prestigeträchtigsten Jobs überhaupt: Jeder kleine Bub träumte davon einmal beruflich im Cockpit zu sitzen und viele junge Mädchen schwärmten von den strahlenden Flugkapitänen aus diversen Werbungen und Filmen. Das war auch in den letzten Jahrzehnten so, aber durch viel neue Billigkonkurrenz auch aus anderen Ländern, härterem Preisdruck und günstigeren Flugtickets ist das goldene Zeitalter der Fluggesellschaften in der Versenkung verschwunden. Früher war es Gang und Gebe dass die Insassen des Fliegers nach einer sicheren Landung Applaus gaben, eine Form der Anerkennung, die heute nur noch selten zu sehen ist. Zu sehr hat sich die Gesellschaft auf ständige Kurzstreckenflüge, problemloses Fliegen und Flugtickets zum Spottpreis gewöhnt, um den Beruf des Piloten noch derart zu honorieren und anzuerkennen wie es früher war.

Allerdings ist trotz schwerer Arbeitsbedingungen und etwas geringerem Lohn der Beruf Flugkapitän immer noch erstrebenswert und ansehnlich. In kaum einem anderen Berufsfeld kommt man derart viel herum und verdient währenddessen auch noch außerordentlich gut. Insgesamt ist zu sagen, dass die Anreize, Pilot zu werden, zwar geringer wurden, jedoch immer noch attraktiv sind. Schließlich ist das Gehalt wie auch die Berufsbezeichnung respektiert und angemessen hoch, wenn auch nicht mehr so hoch wie in den Spitzenjahren der Luftfahrt. Somit ist es durchaus empfehlenswert, als interessierter und physisch sowie psychisch fitter Mensch mit voller Sehkraft, Pilot zu werden und sich einen Kindheitstraum vieler Menschen zu erfüllen, der fordernd aber auch genauso fördernd ist.

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